Menschliche Evolution
Klasse 12, Elisabeth-Selbert-Gymnasium
Da diese Woche für den Leistungskurs Biologie der Kursstufe 2 die letzte Schulwoche darstellt, war ich gebeten worden, die Doppelstunde möglichst praktisch zu gestalten. Fünf Abgüsse menschlicher / menschenähnlicher Fossilien (Australopithecus africanus, Paranthropus aethiopicus, Homo rudolfensis, Homo ergaster, Neandertaler) bildeten die Quellengrundlage für die Arbeit von fünf Kleingruppen. Die erste Aufgabe war, das jeweilige Fossil mit dem Abguß eines modernen Menschen zu vergleichen und alles Auffallende zu notieren. Im Anschluss präsentierten die Gruppen "ihr" Fossil, wobei schon einzelne anatomische Aspekte angesprochen wurden wie Gebissform und Zähne, Muskelmarken, Hinterhauptsloch etc. Anhand der Fossilien wurde eine grobe Entwicklungsreihe gebildet und deren Aussagewert besprochen mit Fragen zu Variabilität einer Art, männliche/weibliche Individuen, Datierung, missing links, Fragmentierung und Seltenheit von Funden. Desweiteren wurden mithilfe eines modernen Stammbaums und dem Beispiel eines 1000-Teile-Puzzles die Lückenhaftigkeit der Quellen (Artefakte Fossilien, Genetik, Umweltdaten, Analogien) besprochen und sie begrenzende Faktoren diskutiert (Materialisierung, Einbettung, Erhaltung, Entdeckung, Interpretation). Verschiedene aktuelle Forschungsbeispiele wurden genutzt, um im Gespräch aufkommende Fragen zu illustrieren (z.B. Schöninger Speere > Erhaltung; Faustkeile > Interpretationen von römischer Zeit bis heute; Ostafrikanischer Grabenbruch als offenes Archiv mit großer Zeittiefe; Genetik als neue Quellengattung). Zum Schluß wurden noch die unterschiedlichen Dimensionen der menschlichen Evolution herausgearbeitet: evolutionär-biologisch, historisch-sozial und ökologisch.
Der Kurs war angenehm und interessiert, obwohl die Lehrkraft wegen Erkrankung am Wochenende im Unterricht nicht dabei war.
