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M.A. Tabea Schmid

Hochschule Pforzheim
Fachbereich Kunst- und Kulturwissenschaft
75175 Pforzheim

M.A. Tabea  Schmid

Schwerpunkt:

Designpraxis (Visuelle Kommunikation), Designtheorie, Designgeschichte, Entwurfsforschung, Sammlungsforschung

Schulfächer:

Geschichte, Kunst, fächerübergreifend

Gerne berichte ich auch in Grundschulen über mein Forschungsthema.

Gerne berichte ich auch in VHS-Einrichtungen über mein Forschungsthema.

Gerne berichte ich auch per Video-Übertragung.

Woran forschen Sie?

Ich forsche aktuell an zwei Themen:


1) In meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich mit der digitalen Infrastruktur unseres Alltags (das Smartphone mit seinen Apps) und frage, welche Bestandteile dieser digitalen Alltagskultur als Kulturerbe gesammelt werden sollen – damit sie in 100 Jahren beispielsweise in einem Archiv oder einer Museumsausstellung angeschaut werden können.


2) In einem anderen Projekt forsche ich zur Geschichte der Schmuckindustrie und der Hochschule Pforzheim. Die Hochschule Pforzheim war um 1900 eine Kunstgewerbeschule, in der fertige Goldschmiede nochmals gelernt haben: sie wurden darin unterrichtet eigene Schmuckentwürfe zu machen, also Entwerfer bzw. Designer zu werden. Dazu gab es an der Schule sehr viele und unterschiedlichste Lehrmaterialien: ausgestopfte Tiere, alte Ringe, Bücher mit Ornamenten, besondere Edelsteine, große Statuen aus Gips und sogar lebende Tiere. Diese Lehrmaterialien wurden im Unterricht verwendet – beispielsweise als Vorlage zum Abzeichnen, als Anschauungsobjekt oder als Inspiration. Als Designforscherin bin ich wie eine Detektivin: Das Ziel des Projekts ist es, eine Übersicht zu haben, welche Lehrmaterialien alle verwendet wurden und wie diese die Schüler geprägt haben. Ich begebe mich mit meinen Kolleg:innen zusammen auf Spurensuche, recherchiere im Archiv alte Abbildungen von Schülerarbeiten, spreche mit Zeitzeug:innen und verfolge einzelne Biografien – auch die Biografien von Objekten.

Warum sind Sie Forscher/in geworden?

Als Designerin im Bereich Grafikdesign war es meine Aufgabe neue Entwürfe zu entwickeln, die die Kund:innen überzeugen. Mein Fokus war auf das Machen und das Neue gerichtet.


 


Jetzt, als Designforscherin, ist es meine Aufgabe genauer zu verstehen – die Designs zu verstehen, die schon in der Welt sind und auch zu verstehen, was denn Designer:innen eigentlich tun, wenn sie gestalten.


Ich bin davon überzeugt, dass die Gestaltung von Objekten, von digitalen Dingen und unserer gebauten Umwelt, sehr viel Einfluss auf das Wohlbefinden von einzelnen Menschen, auf das soziale Miteinander und die Kultur einer Gesellschaft hat. Design ist machtvoll. Daher ist es mein persönlicher Antrieb, dafür den Blick zu öffnen – indem ich Einflüsse und Wirkungen in der Designgeschichte verfolge und auch, indem ich Anstöße gebe zum Reflektieren und Befragen der aktuellen Verhältnisse.


Besonders schön finde ich, dass ich Designstudierende auf ihrem Weg begleiten kann und mit ihnen gemeinsam lerne die Designpraxis tiefer zu verstehen.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Künstlerin, später dann Architektin


Ich war schon immer fasziniert von schönen Objekten, habe sie gerne betrachtet, gesammelt oder selbst hergestellt.

Zu welchem Thema kommen Sie in den Unterricht?

Kreativitätstheorie, Geschichte der Visuellen Kommunikation, Designgeschichte vor dem Bauhaus, Provenienzforschung, kulturelles Gedächtnis, Wissenschaftskommunikation, verständliches Schreiben, digitale Alltagskultur, neueres Kulturerbe