Hana Tebelmann
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Mammalia AG, Institut für Zoologie und Evolutionsforschung
26122 Oldenburg

Schwerpunkt:
Wolfsforschung, Verhaltensbiologie, Artenschutz, bedrohte Tierarten, Füchse, Dingos, Kooperation & Altruismus bei Tieren
Schulfächer:
Biologie, Psychologie
Gerne berichte ich auch in Grundschulen über mein Forschungsthema.
Gerne berichte ich auch in VHS-Einrichtungen über mein Forschungsthema.
Gerne berichte ich auch per Video-Übertragung.
Woran forschen Sie?
Zuletzt habe ich ein Forschungsprojekt zur Kooperation, zum Altruismus und zu evolutionären Faktoren dieser bei Wölfen, Füchsen, Dingos und Kojoten durchgeführt. Gegenwärtig forsche ich zu wildlebenden Hunden im Kap Horn Biosphärenreservat (Sub-Antarktis, Chile) und ihrem Einfluss auf die endemische Fauna
Was genau machen Sie da?
Zur Kooperation und zum Altruismus habe ich in ganz Deutschland, in Schweden und in den USA Forschung an in Gefangenschaft lebenden Wölfen, Rot- und Polarfüchsen, Dingos und Kojoten durchgeführt, bei der die Tiere unter Benutzung einer Apparatur frei entscheiden konnten, ob sie Futter für sich selbst beschaffen, mit ihren Artgenossen teilen und, mit wem sie teilen, ob sie die Rollen tauschen und sich gegenseitig unterstützen. Dabei sind auch Erkenntnisse über die Kühnheit und dem Umgang mit Neuen seitens der Tiere entstanden. Auch die Tierpersönlichkeit sowie die Gruppenstrukturen der Tiere wurden untersucht.
Im subantarktischen Kap Horn Biosphärenreservat führe ich seit 2022 eine mehrwöchige Expedition durch, um bei der Feldarbeit Daten zur Lebensraumnutzung, zu Habitatüberschneidung und zum Einfluss verwilderter Hunde auf dort lebende Beutetiere zu untersuchen. Wir widmen uns der Frage, was die Hunde essen und untersuchen dafür an der Universität Oldenburg ihren Kot mit genetischer Sequenzierung, wir sammeln ihre Bewegungsdaten und erstellen so Habitatmodelle, um zu sehen, inwieweit sie bedrohte, invasive oder einheimische Spezies bedrohen. Dadurch leisten wir einen Beitrag zum lokalen Artenschutz, aber erarbeiten auch einen Managementplan, der international anwendbar sein soll, da es vergleichbare Szenarien überall gibt.
Warum sind Sie Forscher/in geworden?
Mich begeistert und fasziniert die Möglichkeit, stets etwas Neues zu erlernen und zu erleben. In der Forschung habe ich die Gelegenheit, eigenen Fragestellungen nachzugehen, auf Herausforderungen zu stoßen und diese zu meistern. Ich werde immer wieder überrascht und muss mich in neue Ansätze eindenken.
Bereits in meiner Kindheit war ich neugierig und wollte "die Welt verstehen" - um wenigstens zum Verständnis beizutragen, bin ich Forscherin geworden.
Zu welchem Thema kommen Sie in den Unterricht?
Artenschutz - die Bedeutung des Monitorings invasiver Arten für den Naturschutz
Lokaler Artenschutz und seine Bedeutung im internationalen Kontext
Wölfe, Füchse und Co - können auch Wildtiere selbstlos sein?
Wie wirkt sich der Lebensraum auf die Persönlichkeit aus - am Beispiel europäischer und nordamerikanischer Wölfe
