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Dr. Miriam Haidle

Universität Tübingen
Forschungsstelle ROCEEH
72074 Tübingen

Portrait von Dr. Miriam  Haidle

Schwerpunkt:

Ur- und Frühgeschichte, Paläoanthropologie

Schulfächer:

Biologie, Geschichte, Kunst, Religion, Technik, fächerübergreifend

Gerne berichte ich auch in Grundschulen über mein Forschungsthema.

Gerne berichte ich auch in VHS-Einrichtungen über mein Forschungsthema.

Gerne berichte ich auch per Video-Übertragung.

Woran forschen Sie?

An der Entwicklung der menschlichen Kulturfähigkeit und des menschlichen Denkens, den Bedingungen dafür und Mechanismen dabei.

Was genau machen Sie da?

Ich vergleiche Werkzeuge von Tieren und frühen Menschen, untersuche die Voraussetzungen dafür. Daneben beschäftige ich mich mit menschlichen Fossilien.

Warum sind Sie Forscher/in geworden?

Weil ich schon immer mehr Fragen hatte, als ich Antworten bekam.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Als Kind keinen speziellen, seit ich 14 Jahre war: Archäologin

Zu welchem Thema kommen Sie in den Unterricht?

Menschliche Evolution (Biologie, Religion), Urmenschen/Neandertaler (Biologie, Geschichte), frühe Kulturentwicklung (Geschichte), Steinzeit (Geschichte), frühe Technikentwicklung (Technik, BNT), Innovation/Tradition (Technik, Geschichte), Geschichte der Feuernutzung (Technik, Geschichte), Entwicklung Sprachfähigkeit (Geschichte, Biologie, Sprachen), Anfänge der Kunst (Kunst), frühe menschliche Besiedlung der Erde/Migration (Geschichte, Geographie, Sozialkunde), Wissenschaft - Meinung - Glauben

Erfahrungsberichte zu diesem Forscher

Steinzeit

Die dritten Klassen der Europa-Schule hatten sich über mehrere Wochen im Sachunterricht mit dem Thema Steinzeit beschäftigt. Je 7-8 Kinder aus drei Klassen hatten Fragen vorbereitet, die in einem 45-minütigen Zoom-Meeting gestellt und von mir beantwortet wurden. Die Fragen reichten von frühesten Funden (was, wann, wo) über welche Tiere gejagt und was gegessen wurde, was von Tieren genutzt wurde, wie Kleidung hergestellt wurde, wie die Urmenschen gesprochen haben und wie sie aussahen, wie viele Menschen es in der Steinzeit gab (2 X Bad Vilbel über die ganze Welt verteilt), wie die ersten Haustiere gehalten wurden bis hin zu welche Symbole in Höhlen dargestellt wurden, was das Wertvollste in der Steinzeit war, wer Ötzi war, warum er Ötzi genannt wird und wie er aussah. Neben Erklärungen zur Lebensweise früher Menschen wollten die Kinder wissen, wie Archäologen arbeiten und was ich schon gefunden habe.

Europäische Schule RheinMain - The European School, Grundschule,

Menschliche Evolution

Da diese Woche für den Leistungskurs Biologie der Kursstufe 2 die letzte Schulwoche darstellt, war ich gebeten worden, die Doppelstunde möglichst praktisch zu gestalten. Fünf Abgüsse menschlicher / menschenähnlicher Fossilien (Australopithecus africanus, Paranthropus aethiopicus, Homo rudolfensis, Homo ergaster, Neandertaler) bildeten die Quellengrundlage für die Arbeit von fünf Kleingruppen. Die erste Aufgabe war, das jeweilige Fossil mit dem Abguß eines modernen Menschen zu vergleichen und alles Auffallende zu notieren. Im Anschluss präsentierten die Gruppen "ihr" Fossil, wobei schon einzelne anatomische Aspekte angesprochen wurden wie Gebissform und Zähne, Muskelmarken, Hinterhauptsloch etc. Anhand der Fossilien wurde eine grobe Entwicklungsreihe gebildet und deren Aussagewert besprochen mit Fragen zu Variabilität einer Art, männliche/weibliche Individuen, Datierung, missing links, Fragmentierung und Seltenheit von Funden. Desweiteren wurden mithilfe eines modernen Stammbaums und dem Beispiel eines 1000-Teile-Puzzles die Lückenhaftigkeit der Quellen (Artefakte Fossilien, Genetik, Umweltdaten, Analogien) besprochen und sie begrenzende Faktoren diskutiert (Materialisierung, Einbettung, Erhaltung, Entdeckung, Interpretation). Verschiedene aktuelle Forschungsbeispiele wurden genutzt, um im Gespräch aufkommende Fragen zu illustrieren (z.B. Schöninger Speere > Erhaltung; Faustkeile > Interpretationen von römischer Zeit bis heute; Ostafrikanischer Grabenbruch als offenes Archiv mit großer Zeittiefe; Genetik als neue Quellengattung). Zum Schluß wurden noch die unterschiedlichen Dimensionen der menschlichen Evolution herausgearbeitet: evolutionär-biologisch, historisch-sozial und ökologisch.

Elisabeth-Selbert-Gymnasium, Gymnasium,