Zukunft des Verkehrs

Klasse 6, Gymnasium Nord

Visionen für den Verkehr

NaWi-AG 6/7 diskutiert mit Frau Prof. Dr. Schäfer über den Stadtverkehr in Frankfurt

Häufig kommt Minal mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule. Am Wochenende hat sie dann oft weniger Lust auf Busse und Bahnen. Warum? Weil sie so oft verspätet sind. Außerdem fallen sie oft aus, so sei es ihrem armen Deutschlehrer gerade erst gegangen und wenn der Streik erst mal da sei, seien eben auch keine Taxen, Leihräder und dergleichen mehr verfügbar. Öffentliche Verkehrsmittel müssten also pünktlicher werden, um attraktiv zu sein. Sie sollten auch mehr Platz bieten, um angenehmer zu sein, es sollte darin gemütlicher sein, zum Beispiel mit Ablageplatz für die Füße und mehr Beinfreiheit, finden Schülerinnen der NaWi-AG. Vor allem Kristina und Mahelet würden sich W-Lan in den Bussen wünschen, kein Wunder- ihr 60er Bus steht oft bis zu einer Stunde im Stau und dort kann es dann ganz schön langweilig sein. Dabei sprechen auch viele Argumente für Bus und Bahn- dass man darin auf dem Schulweg bereits Freunde treffen kann zum Beispiel- und dass sie umweltfreundlicher und platzsparender sind als viele Autos, die jeweils nur eine Person transportieren, aber viele Abgase produzieren und zu stickiger Luft, Platzmangel und Lärm in der Stadt beitragen. Hierzu hat Karla einige Gedanken- und keine freundlichen.

Die angeregte Diskussion der NaWi-AG 6/7 wird am Nachmittag der 13.12. von Frau Prof.Dr. Dipl.-Ing. Schäfer geleitet, die an der Frankfurt University of applied sciences zu Themen der Zukunft von Mobilität forscht. Eine wichtige Arbeit, wie die Schülerinnen erfahren, denn ihre Arbeitsgruppe hilft bei der Gestaltung von Straßen, zählt, wie viele Wege Personen auf welche Weise zurücklegen und ist bei Projekten für solche wichtigen Verkehrsfragen zuständig, wie zum Beispiel, wie breit die Parkplätze werden oder dass die Lastenfahrräder auch im Straßenverkehr einsetzbar sind- unerlässlich, damit Schülerinnen und Schüler mit dem Rad fahren können, findet Mahelet, denn der Rucksack auf dem Rücken ist eine Herausforderung. Auch Kristina fährt gegenwärtig nur selten mit dem Fahrrad, denn das ist ziemlich anstrengend, wenn es kalt ist, da wäre ein Pedelec vielleicht doch eine Alternative. Karla zeigt jedoch auf, dass an vor allem sichere Fahrradwege bräuchte, um gern Fahrrad zu fahren. Viele in Frankfurt sind aber kaputt und gerade in neuen Stadtteilen wie dem Riedberg gibt es vielerorts gar keine.

Frau Prof. Schäfer hat noch weiterführende Vorschläge, die einerseits Sportmuffel zum Fußweg animieren, andererseits auch Erwachsene genauso umweltfreundlich reisen lassen könnten wie die Mädchen der NaWi-AG. Sie spricht von bunten begrünten Plätzen mit breiten Fahrradwegen und breiten Fußwegen, auf denen Autos nur Schritt fahren dürfen. Das ist freilich keine Science-Fiction, sondern echte Wissenschaft in Kopenhagen. Auch an der Frankfurt University of applied sciences wird an solchen leicht futuristischen Zukunftsvisionen gearbeitet und erprobt. Dort fuhr beispielsweise ein autonomer Kleinbus über den Campus. Dass dieser zügig, geräuscharm und unfallfrei unterwegs war, kann Ana Tosa bestätigen, die damals das Glück hatte, mit diesem Bus fahren zu dürfen. Zwischen Darmstadt und Frankfurt gibt es zudem eine Teststrecke für Elektrolaster an Stromabnehmern, der erste LKW verkehrt dort schon. Die Zukunft ist nahe- solang Frau Prof. Schäfer weiter forscht und Schülerinnen und Schüler über Verkehr diskutieren- und vielleicht im Sommer doch noch einmal das Fahrrad aus dem Keller holen oder eines Tages den sauberen Elektrobus mit W-Lan und Fußbänkchen erfinden.

Wir danken Frau Prof. Dr. Dipl.-Ing. Schäfer für den anregenden Austausch.

Foto: Sina Maria Oetken