Erfahrungsberichte

Die Forschungsbörse in Rohrdorf

Die Forschungsbörse – Was ist das?

Die Forschungsbörse ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es handelt sich um eine Vermittlungsplattform, die den direkten Kontakt zwischen Wissenschaftlern und Schulen herstellt. Jedes Jahr wird ein neues Forschungsthema festgelegt, 2015 war es die „Zukunftsstadt“. Meldet sich eine Klasse für das Wissenschaftsjahr an, dürfen sich die Schüler einen Experten aussuchen, der nach Abschluss des schulinternen Forschungsprojekts zu Besuch kommt. Ziel der Zusammenkunft ist, dass man einen Einblick in das Berufsbild des Wissenschaftlers erhält und Fragen der Schüler, die sich im Laufe ihrer eigenen Forschungstätigkeit ergeben haben, beantwortet werden.

Da sich die Schüler der 10. Jahrgangsstufe im Rahmen des Lehrplans mit „Siedlungsräumen“ befassen, wurde die Erarbeitung dieser Inhalte mit der Forschungsbörse kombiniert. Zunächst analysierten die Schüler theoretische Grundlagen wie physische, aber auch kulturräumliche Gegebenheiten und deren Einfluss auf die Siedlungspolitik. Des Weiteren lernten sie die innerörtliche Gliederung, die Daseinsfunktionen, den Flächennutzungsplan eines Siedlungsraumes und soziale Prozesse im Raum kennen.

Nachdem die theoretischen Grundlagen geklärt waren, startete die Klasse ihren Feldversuch, um am Beispiel Rohrdorf das erlangte Wissen zu überprüfen. Eine Gruppe interviewte die Flüchtlinge, den Pfarrer Robert Baumgartner und den Bürgermeister, Herrn Praxl, um Informationen über soziale Prozesse und aktuell geplante Projekte in der Gemeinde zu erhalten. Eine weitere Gruppe führte eine Bürgerbefragung durch, aus der hervorgehen sollte, ob die Bewohner mit den vor Ort gegebenen Versorgungsmöglichkeiten in Rohrdorf zufrieden sind. Die dritte Gruppe widmete sich der Geschichte und den Straßennamen des Dorfes. Ob eine innerörtliche Gliederung auch in Rohrdorf zu erkennen ist, und ob die von den Wissenschaftlern geforderten Daseinsfunktionen hier in ausreichendem Maße vorhanden sind, überprüfte die vierte Gruppe.

Die Schlussveranstaltung der Forschungsbörse

Ihre Ergebnisse, die in Form von Flyern und Diagrammen festgehalten wurden, durften die Schüler am vergangenen Dienstag Herrn Praxl, unserem Bürgermeister, präsentieren. Dieser war begeistert und zugleich überrascht, da durch die Umfrage der Schüler Meinungen der Bevölkerung eingeholt werden konnten, die Herrn Praxl bis dato nicht bewusst waren. Die Flyer „Rohrdorf, kleine Gemeinde, große Geschichte“ und „Daseinsfunktionen und innerörtliche Gliederung in Rohrdorf“ sind bald im Rathaus erhältlich.

Der Besuch wurde aber auch genutzt, um Herrn Praxl Fragen zu stellen, die sich aus der Betrachtung des Flächennutzungsplans der Gemeinde ergeben haben. Warum in Rohrdorf die nächsten Jahre relativ wenig Flächen für neuen Wohnraum vorgesehen sind, ist damit zu erklären, dass hier das Problem der Bodenversiegelung berücksichtigt wird. Verbaute Flächen verhindern beispielsweise das Versickern von Regenwasser, was das Hochwasserrisiko erhöht. Kritisch haben die Schüler gefragt, welchen Auflagen das Zementwerk unterliegt, wenn es große Flächen intakten Naturraums zerstört. Hier erklärte Herr Praxl, dass das Unternehmen selbstverständlich sehr strenge Vorschriften erfüllen muss, die eine Renaturierung verlangen. Allerdings sind die verbleibenden Bodenschätze so gelagert, dass nur mehr in die Tiefe gearbeitet wird und keine weiteren Flächen betroffen sind.

Vera-Karina Gebhardt, die leider sehr kurzfristig nicht an unserer Veranstaltung teilnehmen konnte, beantwortete den Schülern ihre Fragen zu aktuellen Themen wie Ein- und Auswanderung, das globale Städtewachstum und die Zukunft Deutschlands mittels einer ausführlichen Präsentation, die beeindruckende Schaubilder und Statistiken enthielt.

Stellvertretend für Frau Gebhardt überreichte Bürgermeister Christian Praxl den Schülern die Urkunde für eine erfolgreiche Teilnahme an der Forschungsbörse.

So lässt sich abschließend sagen, dass ein spannendes Projekt sein Ende gefunden hat, das uns ermöglichte, den Schulstandort Rohrdorf mit all seinen bunten Facetten und Persönlichkeiten hautnah kennenzulernen.

 

Ein herzliches Dankeschön an Herrn Praxl und Frau Gebhardt für Ihr Engagement.                                                      

Franziska Hund und die Klasse M10