Erfahrungsberichte

Aktuelle Entwicklung der Biobanken

Eisige Temperaturen herrschten am 1. März 2018 nicht nur im Tiefkühllager der Interdisziplinären Biomaterial- und Datenbank Würzburg (ibdw), sondern auch in Würzburg selbst, als die Klasse 12 des Biotechnologischen Gymnasiums Wertheim, mit ihren Lehrkräften Frau Dr. Elke Bleifuß und Herrn Adrian Peffgen zu Besuch kam. Obwohl die Schüler sich im Bereich der Biotechnologie gut auskennen, wussten auch sie zunächst nicht so genau, wozu eine Biobank gebraucht wird. Herr PD Dr. Jörg Geiger, Leiter der Flüssig-Biobank, brachte in einem umfassenden Vortrag aber schnell Licht ins Dunkel. Laut Geiger kann man die ibdw am ehesten als Infrastruktur für die Forschung sehen.

Die ibdw versorgt Forscher auf der ganzen Welt mit qualitativ hochwertigen Proben und den dazugehörigen Daten für deren Forschung. Die eingelagerten Blut- und Gewebeproben werden zum Beispiel benutzt, um die unterschiedliche Wirkung von Medikamenten auf verschiedene Patienten zu erforschen. Dadurch soll in Zukunft eine besser angepasste Therapie, zugeschnitten auf die jeweilige Person, möglich sein. Um die bis zu 1.200.000 Einzelproben lagern zu können sind zwei vollautomatische Kühleinheiten vorhanden, welche permanent auf - 80 °C gehalten werden. Neben den technischen Aspekten brachte Geiger den Schülern auch die ethischen Aspekte der Arbeit einer Biobank näher. Für die Sicherheit der Daten und die Verwendung der Proben gelten strenge Regeln um einen Missbrauch auszuschließen, was besonders wichtig sei, um das Vertrauen der Spender nicht zu gefährden. Eine Biobank ohne Proben von Spendern wäre ja auch wirklich nutzlos.

Im Anschluss an den Vortrag durften die Schüler den Prozess von der Ankunft der Proben bis zu deren Einlagerung verfolgen. Zum Abschluss durften die Schüler noch einen Blick in die Lagereinheit mit Flüssigstickstoff werfen. Beindruckend für die Schüler war, dass es dort weder kalt war, noch Nebelschwaden über den Boden waberten – „So etwas gibt es nur in Hollywood!“ kommentierte Geiger diese Vorstellungen. Tatsächlich war es dort wärmer als draußen vor der Türe der Lagereinheit.